Innerhalb der Linie

Es ist gar nicht so einfach, innerhalb der Linien zu bleiben. Kinder wissen das, Erwachsene wissen das auch. Erwachsene mit übergroßen Autos wissen das erst recht.
Dabei ist es doch gar nicht so schwer, sich vernünftig in einen Parkplatz zu manövrieren, so dass auch andere Verkehrsteilnehmer daneben, dahinter oder davor parken können. Haben wir schließlich alle in der Fahrschule gelernt, oder etwa nicht? Aber nein, es gibt immer wieder mal einige Spezialisten, die sich aus purer Ignoranz oder fehlendem Können so hinstellen, dass die Linien auf dem Boden im Prinzip keinen Sinn mehr machen.
Welche Linien? Die weißen. Schon mal gesehen? Bei einigen Parkplätzen auch durch anders gemusterte Steine zu erkennen. Sieht man häufig vorm Supermarkt.

Ah ja, der Supermarkt. Das ist auch noch so eine Sache. Ich weiß nicht, ob es schon mal jemandem aufgefallen ist, aber da gibt es spezielle Wege für Kunden mit Einkaufswagen. Dennoch scheinen einige Autofahrer das als extra Breite anzusehen, die man zu dem eigentlich schon großzügigen Parkplatz dazurechnen kann. Nein, dem ist nicht so. Zugegeben, wenn ich so etwas sehe, juckt es mich regelrecht mit meinem Wagen dran vorbei zu schrappen. Mach ich natürlich nicht, weil meine Versicherung für so einen kleinen Racheanfall nicht zahlen würde. Also gehe ich brav außenrum und laufe Gefahr mich von irgendwelchen irren, gestressten Kunden überfahren zu lassen. Macht ja nix.

Ein anderes Ding sind Parkhäuser. Hier in Bonn gibt es ein ganz Spezielles, wovon ich regelmäßig Albträume bekomme. Deswegen benutze ich es so gut wie gar nicht mehr. Ich laufe sogar lieber 500m mehr, als da rein zu fahren. Die Rede ist von der Friedensplatzgarage.

Diese Garage hat leider noch nicht mitbekommen, dass Autos aus irgendeinem Grund immer breiter werden. Ich würde mein Auto nicht als extrabreit bezeichnen, aber selbst ich habe Probleme da reinzukommen. (Bitte keine Frauen-Einparkwitze an dieser Stelle.) Generell muss man es so handhaben, dass man den Beifahrer vorher aussteigen lässt. Denn man kann nur an einer Seite genügend Platz zum Aussteigen lassen. Dumm natürlich, wenn man einen Kindersitz oder eine Babyschale im Auto hat, denn die sind immer schräg hinter einem angebracht. Muss man sich halt entscheiden. Entweder steige ich als Fahrerin auf der Beifahrerseite aus oder das Kind auf der Fahrerseite. Eine Babyschale macht es übrigens nicht einfacher. Und ja…. ich habe schon mal total umständlich besagte Schale quer über den Rücksitz anbringen müssen und ich bin auch schon mal über den Beifahrersitz eingestiegen. Alles schon ausprobiert.
Was die Auswahl meines Parkplatzes angeht, bin ich in der Friedensplatzgarage übrigens sehr wählerisch. Als Frau will man natürlich nicht zu weit laufen, gerade wenn man weiß, dass es etwas später wird. Weiterhin schaue ich mir kritisch meinen potentiellen Nachbarn an: Was kostet wohl die Reparatur eines Kotflügels? Krieg ich direkt einen auf die Fresse, wenn ich da nen Kratzer reinmache? Gibt mir die Marke und das Modell Aufschluss darüber, ob der/die Fahrer/in ausparken kann?
Besonders nervös werde ich immer, wenn draußen noch 10 Parkplätze oder weniger angeschlagen sind. Diese Anzeigetafel kann nämlich gar nicht einen bestimmten Typ Autofahrer erkennen: den SUV-Fahrer. SUV’s sind besonders breite Karren. Wahrscheinlich gibt es Ausnahmen, aber diese Art Mensch ist besonders rücksichtlos. Zumindest solange sie in ihrem Auto sitzen.(Ich bin hier drin sicher, alle anderen sind so klein und mir doch egal.) Aber darüber lass ich mich ein anderes Mal aus.
Diese Autos stehen in der Regel auf zwei Parkplätzen. Es geht wahrscheinlich auch gar nicht anders. Ich glaube, ich habe EINMAL einen SUV tatsächlich innerhalb der Linien stehen sehen und mich dabei allerdings gefragt, ob der/die Fahrer/in durch den Kofferraum aussgestiegen ist. Oder es muss jemand sehr dünnes gewesen sein. Oder Elastigirl.

Nun, ich werde dem Phänomen mal noch weiter auf den Grund gehen. Vielleicht werde ich auch irgendwann mal eine Art Studie durchführen, hinter einer Säule hervorgesprungen kommen und fragen, WARUM man gerade so bekloppt geparkt hat.

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Die Revolution für Fußgänger

Schule hat wieder angefangen! Die, die neben einer wohnen, wissen das wahrscheinlich, weil man jetzt wieder dieses nervige Kindergekreische hört. Dass die beim Spielen aber auch so viel Lärm machen müssen und sich nicht einfach wie kleine Erwachsene benehmen können. Aber das ist gar nicht Thema heute. Ich habe nämlich was entdeckt! Ja, man kann von diesen kleinen Krümeln tatsächlich was lernen.

Wir haben da so eine Straße… Vierspurig, also zwei für jede Seite, ne? Da ist nie besonders viel los, außer zur Rush-Hour, wenn der gute Bürger zur Arbeit bzw. wieder nach Hause fährt. Und wenn man dann als Fußgänger die Straße überqueren möchte, steht man da teilweise ewig, bis mal kein Auto kommt.

Doch letztens habe ich da so Kinder gesehen, die sind stehen geblieben und haben auf eine Fußgängerampel gedrückt! Die ganz kleinen sind immer ganz heiß drauf und schreien schon von weitem „Ich drücke! Ich drücke!“ Muss man sogar selber gar nix machen. Wahnsinn, dass die da steht, wo sie doch eigentlich keinen Autoverkehr regeln muss. Die ist tatsächlich nur für die Kinder gedacht. Ich benutze die aber jetzt einfach mal immer mit. Hihi. Steht sogar extra dran. „Dies ist eine Schulampel und sichert den Schulweg.“ Oder so ähnlich.

Ich hab dann mal heimlich abgeschaut, wie dieser Zwerg das macht. Stehen bleiben, auf den Knopf drücken und in 7(!) Sekunden zeigt die Ampel für Autos rot und es erscheint ein lustiges grünes Männchen. Irre. Dann geht man total gefahrlos über die Straße. Mensch, ich hätte da ja jetzt wieder ewig gestanden, wenn dieses Kind mir das nicht gezeigt hätte. Und 7 Sekunden kann ich ja mal warten. Das ist ja nun wirklich nicht lange.

Wenn man mal so drüber nachdenkt, ist das ja auch irgendwie logisch. So ein Kind hat ja noch gar nicht das physikalische Grundwissen für die Geschwindigkeit und damit verbundenen Fahrtweg des Autos, was sich gerade nähert. (Ah, der fährt ungefähr 70 km/h, ist ca. 100 m entfernt, also müsste der in 5 Sekunden hier sein.)

Also ich finde diese Ampeln total praktisch. Werde ich wohl öfter benutzen. Vor allem gucken Mütter immer so böse, wenn man einfach über die Straße hüpft, während so ein Kind da steht. Die kommen aber auch einfach immer mit ihren kleinen Fahrrädern um die Ecke gedüst. Die sieht man ja fast gar nicht, so klein sind die. Und dann fahren die auch noch hinter einem her, ohne auf die Straße zu gucken. Ts, ts, ts. Dabei bin ich doch der Erwachsene, ich darf ohne die Ampel zu benutzen über die Straße. Vor allem, ich weiß ja, dass die Autos sich bei der geraden, langen Strecke nie an die vorgegebenen 50 km/h halten. Mir hat zwar mal jemand gesagt, dass das 10 Euro Bußgeld kostet bei rot drüber zu gehen (als Fußgänger), aber ich hab noch nie einen Polizisten gesehen, der das kontrolliert geschweige denn eine Fußgängerblitze. Und was sind schon 10 Euro? Also bitte!

So… für alle, die die Ironie in diesem Text nicht erkannt haben: Geht nicht bei Rot über die Straße. Ein Kind könnte euch sehen und es nachmachen. Kinder können die Geschwindigkeit eines Fahrzeuges NICHT richtig einschätzen. Die Wahrnehmung funktioniert bei ihnen noch etwas anders. Auch wenn ihr gerade kein Kind seht, es könnte genau in dem Moment um die Ecke kommen und einfach nur hinter euch her laufen, weil ihr gerade bei rot über die Ampel läuft. 7 Sekunden an ner Schulampel warten. Wenn man die Zeit nicht hat, dann tut mir das nur noch leid.

Fahren bei Hitze

Die letzten Tage war es ja ziemlich heiß. Brüllend heiß. Gut, dass es in den meisten Fahrzeugen mittlerweile serienmäßig Klimaanlage gibt, so dass es im Auto doch teilweise noch am angenehmsten ist. Aber bei einigen Verkehrsteilnehmern habe ich das Gefühl, dass die etwas zu viel Sonne durch die Frontscheibe abbekommen.

Ganz ehrlich. Was ist da los? Oder lag es vielleicht daran, dass Ferienende in NRW ist? Genervte Familenväter oder -mütter, die einfach nur schnell wieder nach Hause wollen, weil die Teufelsbrut hinten auf dem Rücksitz Terror schiebt. Oder Städtler, die nur in den Ferien ihre Autos aus der Tiefgarage holen und ansonsten keine Fahrerfahrung haben, weil sie in der Regel mit Bus und Bahn fahren?

Also ich hatte an einem Tag (über 200 km)  wirklich alles dabei. Raser, die ganz knapp auf der Landstraße überholen, so dass sie dem entgegenkommenden Fahrzeug fast frontal reinfahren. Vollbepackte Vans, die mit 60 über die Autobahn schleichen. Kleinwagen, die mit 50 auf die Autobahn auffahren, scheinbar ohne zu gucken oder ganz nach dem Motto „Muss der halt bremsen“. Ganz Eilige, die plötzlich eine komplette Kolonne von ca. 5 Fahrzeugen hinter einem Traktor überholen. Drängler, die auf der Mittelspur erst kurz vor dem Bus abbremsen und dann blitzschnell auf die linke Spur der Autobahn wechseln, so dass man Angst haben muss, dass das Auto ausbricht.

Vielleicht habe ich mir das auch alles nur eingebildet, halluziniert oder ich war selber so gereizt von der Hitze, dass es mir besonders aufgefallen ist. Demnächst kommen mit Sicherheit noch ein paar schöne mollig warme Tage, so dass ich diese Phänomen noch ein wenig beobachten kann.

Bremsen oder einfädeln?

Manchmal frage ich mich, ob man nicht für das Passieren bestimmter Auffahrten einen speziellen Passierschein einführen sollte. Natürlich wäre das absoluter Quatsch. War nur so ein Gedanke.

Einige kennen vielleicht folgende, nicht besonders attraktiven Auffahrten auf eine Autobahn, oft Stadtautobahn. Viel zu kurz, schlecht einzusehen und dann soll man sich auch noch in den fließenden Verkehr einfädeln. Als ich damals in die große Stadt gezogen bin, hat auch mir diese besagte Auffahrt regelmäßig den Angstschweiß auf die Stirn getrieben. Sie ist viel zu kurz und dahinter ist auch kein Standstreifen, auf dem man notfalls weiterfahren könnte, was man auch gar nicht darf, soweit ich weiß. Nein, da ist direkt ne Wand. Bleibt einem also nichts anderes übrig als anzuhalten. Mittlerweile benutze ich diese Auffahrt recht häufig. Da hab ich schon fast alles gesehen. Das unten Beschriebene ist übrigens nicht der Normalfall, sondern eher Einzelfälle. Weiterlesen

Ein bisschen Statistik und der Peltzman Effekt

Fangen wir doch mal mit der Statistik an. Keine Angst, ich versuche mich kurz zu fassen.

0,000041% der deutschen Bevölkerung ist im Jahr 2013 in Folge eines Verkehrsunfalls gestorben. (3.339 von 80,5 Mio. oder 41,47 pro 1 Millon Einwohner)
0,000035% der US-amerikanischen Bevölkerung ist im Jahr 2013 in Folge einer Schusswaffe gestorben. (11.000 von 314,15 Mio. oder 35,01 pro 1 Million Einwohner.)

Ich lasse das mal so wirken und werde an dieser Stelle zunächst nicht erklären, warum ich genau den Vergleich mit Schusswaffen-Toten in den USA gewählt habe. Nehmen wir es mal als Bezugsgröße. Eigentlich wollte ich die Seite etwas lustiger aufziehen und dann kommt zu Anfang direkt so ein Beitrag. Muss aber auch mal gesagt werden, finde ich.

Die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle war übrigens mal viel größer. Im Jahr 1991 betrug sie noch 11.300. Das ist ein ordentlicher Rückgang bis 2014 von ungefähr 70 % (1991: 11.300, 2014: 3377). Der Grund hierfür ist offensichtlich. Im Vergleich zu damals sind die heutigen Autos viel sicherer. Airbags, Abstandsmesser, ABS, ESP und noch viel mehr anderer Kram, der ziemlich beeindruckend ist, wenn man sich die Entwicklung vor Augen hält. So sieht man auch hier bei der Anzahl der Verletzten einen Rückgang von 505.535 (1991) auf 389.535 (2014). Das sind immerhin knapp 23%. Hm, besonders viel ist das ja nun nicht, oder? Weiterlesen